Wieder ein Stück Natur weniger in Deutschland. Ehemals Naturschutzgebiet wurde in Grünheide (Oder-Spree) Wald, einer der größten CO2-Verarbeiter und mit besonderer klimatischer Funktion, zugunsten eines amerikanischen Fabriksgeländes von Tesla gnadenlos abgeholzt und in Industriegelände verwandelt. Geht es hier um Naturschutz, weil E-Autos von links- und NWO-orientierter Politik als umweltfreundlich ausgerufen wurden? Oder um knallharte Geschäfte zulasten der Natur, der Pflanzen, Tiere und auch Menschen?

Wie begründet man die Verwüstung des Landschaftsschutzgebietes? Es sei schon immer Industriefläche gewesen, auf der Bäume gewachsen seien! 1965 wurde dort jedoch „zur Erhaltung des Gesamtcharakters und der Naherholungsfunktion und Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes“ ein Landschaftsschutzgebiet errichtet. 2001 wurde ein Teil davon aus dem Schutzgebiet ausgegliedert, um sich an einer Ausschreibung des Autobauers BMW zu beteiligen, der auf der Suche nach geeignetem Betriebsgelände war. Sollte BMW dort nicht bauen, würde es auch zu keiner Umwidmung kommen, so berichtet eine Bürgerbewegung für den Schutz des Gebietes.

Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung stellt der Region demnach einen „hohen landschaftsästhetischen Wert“ und eine „besondere Empfindlichkeit“ aus. Unter anderem wegen des hohen Alters des Forstbestandes (ua. 120 Jahre alte Kiefern!). Eingriffe gefährden die Trinkwasserversorgung der Region, den Grundwasserhaushalt, die klimatische Ausgleichsfunktion, die Temperaturregulierung, die Bodenbeschaffenheit …

Im Flächenwidmungsplan war das Gebiet bisher immer als Wald ausgewiesen. Dennoch konnte Tesla noch vor einer endgültigen Baubewilligung mit dem Roden des bewaldeten Naturflächen beginnen. Anrainer vermerken zudem kritisch, dass sie nichts von den dort entstehenden Stellenausschreibungen hätten, da diese auf Fachkräfte zugeschnitten seien (zudem soll es um Personalanwerbung über der nahen polnischen Grenze gekommen sein).

Unterdessen wurde Mitte Juli 2020 bekannt, dass der regionale Wasserverband die Planung für die Tesla-Wasserversorgung gestoppt hat. Es blieben Fördergenehmigungen für Wassere aus und es fehle eine Unterschrift von Tesla. Die Wasserversorgung wäre nur bis 2022 gesichert – für die Anwohner und das Tesla-Werk. Wenn jedoch durch die Fabrik weitere Unternehmen ansiedeln und andere Menschen zuzögen, gäbe es zu wenig Wasser, so die Warnungen. Derzeit hat der riesige E-Auto-Konzern eine Entnahme von 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr für das Werk angegeben, einen solchen Vertrag jedoch seit Mai nicht unterschrieben. Dies dürfte daran liegen, dass Tesla das Werk künftig möglicherweise noch ausbauen will und dann mit der beantragten und angegebenen Wassermenge nicht auskommen dürfte. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Bevölkerung aus drastischen Gründen besorgt ist?

Diese hat das Gefühl, in den Prozess rund um Tesla und die Zerstörung der für sie vielschichtig wichtigen Naturflächen überhaupt nicht mit einbezogen worden zu sein. Man beachte, wem die zuständigen Politiker ihre Jobberechtigung als Volksvertreter verdanken? Bei einer Gemeinderatssitzung Ende Juni wurde die Bevölkerung wegen Hinweis auf Überfüllung durch die Corona-Abstandsregelungen ausgeschlossen, eine Verlegung oder Übertragung per Videokonferenz wurde abgelehnt. Die Kritik der Bürgerinitiative „Gegen Gigafactory Gründheide“ richtet sich vor allem gegen SPD und Grüne, von denen sie sich nicht „die Heimat zerstören lassen“ wollen. (Bis 03.09.2020 sind Einwendungen der Bürger möglich, darauf weist die BI Grünheide hin – je zahlreicher diese bei den zuständigen Politikern einlangen, desto eher erinnern sie sich möglicherweise an jene, denen gegenüber sie eigentlich verantwortlich wären).

Kein Beifall für Scheiße!