Es sind meist einflussreiche Entscheidungsträger von “Rang” und “Namen”, die sich bei den Bilderberger-Treffen vereinen. Die Treffen sollen seit den 1950er-Jahren meist jährlich stattfinden. Anfangs waren sie streng geheim. Im Zeitalter von Internet und sozialen Medien sickern immer mehr Informationen ungeplant nach außen. Daher werden seit einigen Jahren von der Bilderberger-Gruppe selbst öffentliche Teilnehmer-Listen bekanntgegeben. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass dort die Namen aller Teilnehmer bekanntgegeben werden.

Bei den Treffen sind rund 120 bis 140 europäische und nordamerikanische Teilnehmer anwesend. Sie vertreten die wichtigsten und einflussreichsten gesellschaftlichen Bereiche: Politik, Medien, Universitäten, Hochfinanz, Adel, Industrie, Militär bis zum Vatikan. Sinn und Zweck der Zusammenkünfte: Eine inhaltliche Abstimmung und strategische Ausrichtung für die wichtigsten Themen. Die dort getroffenen und manifestierten Beschlüsse sollen danach (mithilfe der anwesenden Medien, Universitäten …) unter die Bevölkerung gebracht werden.

Da die dort behandelten Themen alle Menschen betreffen, wird doch sicher groß darüber berichtet, oder? Falsch. Außenstehende Medienvertreter werden nicht zugelassen und es gibt so gut wie keine Berichterstattung. Es sind nur diejenigen (hochrangigen) Medienvertreter dabei, die an der Konferenz als “Privatperson” teilnehmen. Die Bilderberger betonen: “Aufgrund des privaten Charakters des Treffens nehmen die Teilnehmer nicht in offizieller Funktion, sondern als Einzelpersonen teil und sind daher nicht an die Konventionen ihres Amtes oder an vorher vereinbarte Positionen gebunden.” (!) Das heißt: Selbst ein Politiker, Medienvertreter, Universitätsrektor, der vom Volk bezahlt wird, würde sich dort nicht als dem Volk verpflichtet sehen. Er nimmt in seinen Augen “privat” teil! (Wie soll das moralisch gerechtfertigt sein, wenn die Teilnehmer doch aufgrund ihrer einflussreichen Position dabei sein dürften?)

Es gibt einige engagierte freie Journalisten, die jedes Jahr versuchen, Berichte aus dem Umfeld der abgeschirmten Konferenz und Interviews zu liefern. Rund um das Bilderberger-Treffen 2019 in Montreux wurden einige von ihnen sogar von der Polizei am Flughafen Sion vorübergehend festgenommen! Die Konferenz-Teilnehmer halten sich meist im abgeschotteten Sicherheitsbereich auf. Werden einzelne Konferenz-Teilnehmer doch außerhalb des Geländes von freien Journalisten angetroffen und befragt, wirken die Bilderberger eher angewidert ob der “Belästigung”. Man könnte den Eindruck bekommen, die Teilnehmer wollten etwas verbergen und sich nicht vor dem Volk rechtfertigen müssen.

Oft finden die Konferenzen genau dann statt, wenn die Menschen durch andere Ereignisse abgelenkt sind: 2018 blickte die Welt gerade auf die Fußball-WM, während die Bilderberger ihr jährliches Treffen abhielten. Die Zusammenkünfte sind geheimnisumwoben. Der Tagungsort wurde damals kurzfristig von einem abgeschirmten Luxushotel in Venedig an den Rand eines Einkaufszentrums in Turin verlegt. Durch dieses Verwirrspiel blieben größere Demonstrationen und Proteste gegen das Treffen aus. Einkaufszentrum klingt nach Volksnähe. Doch der Tagungsbereich wurde von zahlreichen Polizisten und Sicherheitskräften streng abgeriegelt. Auch im öffentlichen Einkaufsbereich patroullierten Sicherheitskräfte. 2019 fand das 67. Bilderberger Treffen statt, diesmal in einem abgeschirmten und mit Sicherheitszäunen umgegebenen Sternehotel in Montreux.

Viele der Anwesenden bei den Konferenzen sind immer wieder dabei. So etwa der CEO vom Axel Springer Verlag Mathias Döpfner oder der Österreicher Rudolf Scholten. Rund 20 Mal David Rockefeller, meist Henry Kissinger und seit den 60er-Jahren Vertreter der Deutschen Bank und der Zeit, wie Wikipedia berichtet. Andere werden nur für einzelne Treffen eingeladen. Sie machen in der Zeit danach häufig einen auffallenden Karrieresprung. Ein Beispiel dafür könnte möglicherweise die nunmehrige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sein. Auch EZB-Chefin Lagarde soll bereits bei den Bilderbergern anwesend gewesen sein.

Auf der Agenda für 2018 standen unter anderem

  • Elektroautos,
  • die Migration/Verschiebung von Menschenmassen,
  • die Außenpolitik (rund um Donald Trump/USA und Vladimir Putin/Russland),
  • Frieden/Krieg,
  • künstliche Intelligenz,
  • Ausstattung von Schulen mit Computern und Technik sowie
  • Wasserrechte und deren Privatisierung.

 

2019 standen unter anderem wieder

  • der Klimawandel,
  • die Zukunft des Kapitalismus (ist es ein Zufall, dass die Forderung nach einer Abschaffung des Kapitalismus hin zu einem Sozialismus mit stärkeren Einschränkungen und Kontrolle für die Menschen, immer intensiver werden?),
  • die “Bewaffnung der sozialen Medien”
  • und vieles mehr auf dem Programm.

Alle Gespräche und Vereinbarungen während der Konferenz unterliegen der Verschwiegenheit. Warum, wenn offiziell alles zum Wohle der Völker geschehen soll? Wie kann ein vom Volk gewählter und bezahlter Politiker an einem wichtigen Treffen mit wichtigen Themen teilnehmen und sich dabei als Privatperson fern seiner Verantwortungen dem Volk gegenüber sehen?!

Durch die Zusammensetzung der Teilnehmer soll gut informierten Kreisen zufolge garantiert werden, dass die Agenda auf jeden Fall umgesetzt wird: unbeeinflusst von politischen Wahlen und deren Ergebnissen. Die Köpfe wechseln, die Politik bleibt die gleiche. Politiker leiten die gewünschte Richtung ein, die Medien unterstützen, die Universitäten gleichen ihre Lehre daran an etc., so dass die Gesellschaft in die richtige Richtung “programmiert” wird; meist ohne es zu merken.

Die Bevölkerung des “gastgebenden” Landes muss zwar dem Vernehmen nach für die Sicherheit der strengstens bewachten und abgeschotteten Teilnehmer bezahlen. Sie weiß jedoch meist gar nichts davon, was in ihrem Land gerade vor sich geht. Diese Erfahrung machten auch wir bei verschiedenen Bilderberger Treffen: 2018 wusste beispielsweise kaum einer der von uns befragten Italiener etwas davon, was hinter den Sicherheitssperren in Turin vor sich ging. Auch die Bilderberger an sich waren kaum jemandem ein Begriff. Ebenso, dass dort sehr wichtige und alle Menschen betreffende Themen besprochen und Strategien dazu festgelegt werden. Die Passanten haben sich nur über die Polizeipräsenz rund um das Einkaufszentrum gewundert.

Wieso verheimlicht man etwas, das die ganze Welt betrifft? Wieso können einige wenige über das Schicksal von so vielen entscheiden? Wieso machen die Menschen da mit? Wieso kennt keiner oder nur so wenige die Treffen der Bilderberger? Wäre es nicht wichtig, dass noch viel mehr Menschen vor Ort sind, um in einer friedvollen Absicht zu zeigen, dass es ihnen nicht egal ist, was hinter verschlossenen Türen paktiert wird. Die anwesenden Politiker sollten das Volk vertreten. Tun sie das? Hätten wir da nicht das Recht zu erfahren, was besprochen wurde?

Kein Beifall für Scheiße, kein Beifall für geheimnisumwobene Treffen der bisherigen Eliten! Kein Beifall für geheime Verschwörungen, die von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden sollen!