Damit eine Mutter ihre Einkäufe erledigen konnte, hat sie ihrer Schwester und deren Lebensgefährten kurzfristig die Betreuung ihrer Kinder übertragen. Prompt ernteten die drei eine Strafanzeige durch die Polizei. Das berichtete t-online.de unter Zitierung der deutschen Presseagentur dpa. Paragraphen vor Menschlichkeit?

Das verwandte Paar ist in die Wohnung der Familie in Ostheim vor der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) gekommen und hat die Kinder dort beaufsichtigt. Währenddessen konnte die Mutter kurz außer Haus, um ihre Einkäufe zu machen. Damit habe die Mutter allerdings gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen und es wurde wegen dieser „Ordnungswidrigkeit“ eine Anzeige vor dem Landratsamt erstattet, meldete die Polizei.

Zuvor waren in Bayern nämlich (offiziell?) wegen Corona weitreichende Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote für Menschen eingeführt worden. Da die Schwester und ihr Partner nicht mit der Mutter und ihren Kindern in einem Haushalt wohnen, hätten sie nicht in die Wohnung kommen dürfen.

Wie hätte die Frau dann ihre Einkäufe erledigen sollen? Gar nicht, meint die Polizei. Die Mutter hätte ihre Schwester und deren Partner beauftragen müssen. Diese hätten die Einkäufe vor der Wohnung ablegen müssen, ohne die Wohnung zu betreten.

Wie hoch könnten die Strafen ausfallen? Einen ähnlichen Fall habe es bisher im Landratsamt Rhön-Grabfeld noch nicht gegeben, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. „Die Geldstrafe solle jedoch durchaus eine Wirkung zeigen“, zitiert t-online.de in ihrem Bericht. Der Strafrahmen eines Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz beträgt allgemein bis zu 25.000 Euro.

Ist es in dieser Zeit dienlich, wenn „Organe des Staates“ das Volk mit solchen Vorgehensweisen noch zusätzlich in die Enge treiben? Ist es in Zeiten wie diesen wirklich die dringendste Aufgabe der Polizei, Mütter und Familien zu kontrollieren und ihnen zusätzliche Hürden vor die Füße zu legen? Oder verstecken sich hier möglicherweise einzelne handelnde Menschen hinter dem „Gesetz“ und den Vorschriften vor ihrer menschlichen Verantwortung?

Kein Beifall dafür, wenn in dieser herausfordernden Zeit die Politiker den Menschen durch die Gesetze noch zusätzliche Hürden aufbürden. Kein Beifall dafür, wenn in dieser Zeit den Menschen und Familien noch zusätzlich Geld abgenommen wird. Kein Beifall dafür, wenn der „Dienst nach Vorschrift“ keinen menschlichen Spielraum mehr enthält.
Kein Beifall für Scheiße. Es ist jetzt die Zeit dafür, umzudenken und Veränderung zu leben, auch für die Politiker und Staatsdiener.